Die Botschaft von Stammapostel J. G. Bischoff

Irrtum oder planmäßiger Betrug?

 

Es ist das größte Desaster in der neuapostolischen Kirchengeschichte: Die Botschaft von J. G. Bischoff. Offiziell dauerte sie von Dezember 1951 bis Juli 1960. Es war angeblich eine Mitteilung von Jesus dem Christus persönlich an J. G. Bischoff, dass dieser nicht mehr sterben und die „Braut Christi“ in den himmlischen Hochzeitssaal führen werde. Den Glauben, dass Jesus der Christus zur Lebenszeit bestimmter Menschen wiederkommt, gab es schon früher. Die englischen Apostel erwarteten Jesus den Christus während ihrer Lebenszeit und auch unter Apostel Schwartz, Krebs und Niehaus gab es Vorstellungen von einer Entrückung zu deren Lebenszeit.
Doch was war das Einzigartige an der „Botschaft“ von Stammapostel J. G. Bischoff? Ganz einfach, sie konnte nicht nur geglaubt werden, nein, sie sollte und musste unbedingt geglaubt werden. Nach und nach wurde von seiten der Kirchenleitung ein unmenschlicher psychologischer Druck und Glaubenszwang aufgebaut. Die „Botschaft“ wurde zum Maß aller Dinge hochstilisiert und der Glaube oder Unglaube an sie entschied über Erlösung und ewige Herrlichkeit oder ewige Verdammnis. Es gab nur noch den guten Knecht und den bösen Knecht. Durch den Glauben an die „Botschaft“ sollten alle Gläubigen gnadenlos aussortiert werden, welche nicht bedingungslos zur Familie Bischoff hielten. Der unter allen Mitteln aufgebaute Glaubenszwang an diese „Botschaft“ entwickelte sich zu einer grausamen Fessel für viele Gläubige. Jene, die sich nicht fesseln und knebeln lassen wollten, wurden diskriminiert und aus der Neuapostolischen Kirche kurzerhand ausgeschlossen und sollte nicht einmal mehr gegrüßt werden.
Mit genügend Distanz zu dieser fanatischen Auslese aller Botschafts-Ungläubigen ist eins völlig klar: Es ging nie um die Vorbereitung auf eine baldige Wiederkunft Jesu Christi, sondern es ging nur um persönliche Ziele einer kleinen Gruppe.
Am 7. Juli 1960 war der böse Zauber zu Ende. Stammapostel J. G. Bischoff starb wie jeder andere Mensch vor ihm auch und hinterließ ein unfassbares Trümmerfeld in den Seelen vieler Mitglieder. Kein Apostel schien über den Tod überrascht zu sein, denn keine 24 Stunden später hatten 26 Apostel den nordrhein-westfälischen Bezirksapostel Walter Schmidt – offenbar ganz selbstverständlich – zum neuen Stammapostel gewählt. Schon das ist ein klares Indiz dafür, dass alles planmäßig abgelaufen ist. Es gab keine Zeit der Stille und Selbstreflektion in Anbetracht der Nichterfüllung dieser „Botschaft“. Alles ging weiter als wenn nichts großartiges geschehen wäre. Die neue Kirchenleitung und alle Apostel wollten von der „Botschaft“ jedoch plötzlich nichts mehr wissen und hätten sie am liebsten mit einem riesen große Stein um den Hals im Meer des Vergessens versenkt. Doch die neuapostolischen Apostel haben es geschafft, diese „Botschaft“ bis heute am Leben zu erhalten. Wie konnte das passieren?
Unrecht, oder wie in diesem Fall sehr großes Unrecht, kann nicht einfach ausgelöscht und zur Tagesordnung übergegangen werden. Es gibt ein altes Wort: Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher. Die „Botschaft“ hat viele tausend Opfer gefordert. Sie wurden von den neuapostolischen Aposteln in der Zeit nach der „Botschaft“ am Wegesrand liegengelassen. Kein Samariter kümmerte sich um sie. Sie waren für die NAK-Apostel die vom einzig richtigen Glauben „Abgefallenen“. Und nicht nur das. Sie wurden als eine Art Gift verteufelt, welches die reinen und kindlich gläubigen Seelen der ehemals Botschaftsgläubigen zur Lebensgefahr werden könnte. Erst im Laufe der Jahre und Jahrzehnte kam immer mehr ans Licht was sich damals wirklich zugetragen hatte. Ein ganz wichtiges historisches Dokument sind die „Aktenaufzeichnungen von Apostel Peter Kuhlen“. Darin hat er viele Vorgänge damaliger Zeit festgehalten und den Sumpf um den Stammapostelsohn und Druckereibesitzer Friedrich Bischoff sichtbar werden lassen. Diese erhellenden Aktenaufzeichnungen wurden Anfang 2000 der neuapostolischen Kirchenleitung übergeben. Aber anstatt um Aufklärung bemüht zu sein und Stellung zu beziehen, wollte sie das Material den eigenen Kirchenmitgliedern verheimlichen. Doch in Zeiten der Moderne ist so etwas kaum mehr möglich. So wurden diese „Aktenaufzeichnungen“ am Donnerstag, 10. November 2005, um 22.30 Uhr auf der damaligen Interntplattform „nakobserver.nl“ veröffentlicht.
Einen Tag nach dem Tod des unsterblichen J. G. Bischoff schrieben 27 Apostel:
„Der Stammapostel, der das Erlösungswerk des Herrn auf den höchsten Stand der Vollendung gebracht hat und dadurch die Kinder Gottes in einen unerschütterlichen Glauben an sein Wort fesselte, kann sich nicht geirrt haben, weil er immer das Wort des Herrn zur Richtschnur seines Handelns gemacht hat.“ (Wächterstimme, 1. August 1960, Seite 113)
Die Apostel hatten in diese Stellungnahme ein unscheinbares Wort einfließen lassen, welches jedoch noch wichtig werden sollte. Vor allem dann, wenn ein göttlicher Charakter der „Botschaft“ nicht mehr zu halten wäre. In diesem Notfall könnte man die „Botschaft“ schlimmstenfalls als einen Irrtum darstellen. Dem Irrtum eines sehr gläubigen, jedoch auch sehr alten Mannes. Irren ist numal menschlich und so könnte der wahre Hintergrund der „Botschaft“ doch noch einen Platz an der tiefsten Stelle des Meeres des Vergessens finden. Doch im Laufe der Zeit wurden so viele Indizien offenbar welche auf etwas ganz anderes hindeuten. Auf eine unglaubliche und unfassbare Erkenntnis: Die „Botschaft“ war Kalkül und somit planmäßiger Betrug an vielen tausend einfältig gläubiger Menschen.
Einen Prozess mit Beweisaufnahme, Verhandlung und Urteil wird es auf dieser Erde nicht mehr geben. Kirchen habe leider ihre eigenen Spielräume was die Verfolgung von Unrecht angeht. Und im übrigen gibt es kein Gesetz welches verbieten würde, dass sich Menschen betrügen lassen. Doch der Verstand und die Logik lassen sich nicht auf das Glatteis führen, wenn denn beide aufrichtig eingesetzt werden. So bleibt nur noch eine Indizienkette aufzureihen, welche das Unfassbare und nicht für möglich gehaltene zur bitteren Wahrheit überführt. Am Beginn dieser Indizienkette steht ein Name: Friedrich (Fritz) Bischoff. Er wird zum Dreh- und Angelpunkt für den größten Betrug und Skandal in der neuapostolischen Kirchengeschichte. Die „Botschaft“ als planmäßiger Betrug, welcher Geld, Macht und Einfluss sichern sollte.
Bis heute – 58 Jahre danach – ist die „Botschaft“ und sind ihre Folgen immer noch lebendig. Wäre der Glaube an sie jedem freigestellt gewesen, ohne Androhung ewiger Verdammnis, und hätte sich da ein alter Mann wirklich einfach nur geirrt, das Thema wäre schon längst aufgearbeitet und vom Tisch. Sozusagen eine weitere Episode in der neuapostolischen Kirchengeschichte. Doch alles spricht gegen einen „Irrtum“, sondern für einen planmäßigen Betrug. Allein die Vorstellung, dass es um Betrug geht lässt sicher den kirchenleitenen Aposteln das Blut in den Glaubensadern gefrieren. Was wird sein wenn öffentlich wird, dass das „Erlösungswerk“ ein „Betrugswerk“ ist? Ein Faustpfand scheint die Kirchenleitung noch in der Hand zu halten: Den NAK-Forschungsbericht. Dieser beinahltet die Erinnerungen und Erfahrungen von 20 Zeitzeugen der Botschaftszeit – wissenschaftlich aufbereitet. Im Juni 2014 wurde der fertige rund 200 Seiten starke Forschungsbericht der Kirchenleitung übergeben. Seit dem wird er strikt geheimgehalten. Es sieht ganz danach aus, dass der Forschungsbericht noch einmal in besonderer Weise offenbart, dass die „Botschaft“ nichts anderes war, als ein absolut perfides Mittel zum Machterhalt einer kleinen Apostel-Gruppe.

 

Die Indizienkette wird hier nach und nach aufgereiht. Letzte Aktualisierung: 26. März 2017
DatumEreignisQuelle
1932Im Deutschland der Weimarer Republik hat die Arbeitslosenzahl ihren Höchststand erreicht. Im Jahresmittel gab es 5,6 Millionen Arbeitslose. In dieser Zeit größter Not in Deutschland, gründet Friedrich Bischoff - dank seiner kirchlichen Beziehungen - mit der Hausdruckerei der Neuapostolischen Gemeinde sein Lebenswerk und verstrickt sich gleichzeitig mit dem Nationalsozialismus. Die "Buchdruckerei Friedrich Bischoff" war von Anbeginn auf möglichst schnellen wirtschaflichen Erfolg und Gewinn ausgelegt. So druckte er nicht nur Zeitschriften für die Neuapostolische Gemeinde, sondern auch im Lohndruck eine Rundfunkzeitung für Frankfurt am Main, Hanau und ganz Hessen.Statista
29.04.1932Durch Beschluss des Apostelkollegiums wird Stammapostel J. G. Bischoff beauftragt „die Herstellung und den Versand der Schriften für die Neuapostolischen Gemeinden dem Herrn Friedrich Bischoff, Frankfurt a.M., Sophienstraße Nr. 75 bis auf Weiteres zu übertragen und die dazu erforderlichen Verträge abzuschliessen.“
Friedrich (Fritz) Bischoff, Sohn von J. G. Bischoff, der seit 21.09.1930 als Stammapostel amtierte, kauft im Alter von 23 Jahren und ohne abgeschlossene Berufsausbildung die Hausdruckerei der Vereinigten Neuapostolischen Gemeinden Süd- und MItteldeutschlands e.V. Woher er das dafür nötige Geld hatte, ist bis heute ungeklärt. Damit nahm das Lebenswerk des noch jugendlichen Stammapostelsohnes seinen Anfang.
NAKINews Die Familie Bischoff
20.06.1932Der Lieferungsvertrag zwischen Vater und Sohn Bischoff wird abgeschlossen. Inhalt des Vertrages: die „Herstellung“ und den „Versand aller von mir, sowie dem Apostelkollegium der Neuapostolischen Gemeinden Deutschlands e.V. oder deren Rechtsnachfolger herausgegebenen Druckschriften, worunter sämtliche Zeitschriften, Formulare, Gesang und Notenbücher sowie religiöse Literatur zu verstehen sind.“ Friedrich Bischoff übernimmt einen beträchtlichen Kundenstamm von mehreren zehntausend Abonnenten.NAKINews Die Familie Bischoff
01.07.1932Beginn des Lieferungsvertrag. Dieser soll am 31.12.1940 enden, wenn er 1939 gekündigt wird, ansonsten läuft er jeweils fünf Jahre weiter.

Der erste Artikel unter dem neuen Besitzer Fritz Bischoff trägt den Titel: Das erhöhte Zeichen. Darin wurde die Führung des Volkes Israel durch Mose mit der Führung der NAK durch Stammapostel J. G. Bischoff verglichen. Allein der Glaubensgehorsam an das Wort des göttlichen Führers bewahrt vor dem ewigen Tod.
NAKINews Die Familie Bischoff
Wächterstimme aus Zion, 1. Juli 1932, Seite 97
01.08.1932"Das Werk Gottes gegenwärtiger Zeit geht seiner Vollendung entgegen, und weil unser Ziel, die Wiederkunft des Herrn Jesu, so sehr in die Nähe gerückt ist, müssen wir uns unbeirrt an seine Zusage halten, daß er stets bei uns sein will, und unseren Glauben entsprechend einstellen."Wächterstimme aus Zion, 1. August 1932, Seite 115
15.09.1932"Der Herr ist nahe, darum auf und eile ihm entgegen!"Wächterstimme aus Zion, 15. September 1932, Seite 142
01.10.1932Friedrich Bischoff und die Hauptleitung der Neuapostoilschen Gemeinden (J. G. Bischoff) treten als Betrüger in Erscheinung. Damals jedoch noch nicht erkennbar.

Von der Buchdruckeri Friedrich Bischoff wird das Büchlein "Das Zeugnis der Apostel" herausgegeben. Es handelt sich um eine manipulierte Version des Originals, dem "großen Testimonium", welches am 07. November 1832 von den englischen Aposteln herausgegeben wurde. In der Wächterstimme wurde dieses Büchlein so angekündigt:
"Dieses Zeugnis der Apostel zu lesen und seinen wertvollsten Inhalt kennenzulernen, soll den Glauben der Kinder Gottes fördern, in der ersten Liebe stärken, in der Überzeugung und in dem Bewußtsein beleben und befestigen, daß sich der Herr Jesus der Hilfe und Erlösung bedürftigen Menschenseelen wieder angenommen hat und durch seinen Geist unter seinem Volke wohnt".
Rund drei Monate nachdem Friedrich Bischoff die ehemalige Hausdruckerei übernommen hatte, brachte er die erste Fälschung unter die neuapostolischen Mitglieder. Mit keinem Wort wurder erwähnt, dass der "wertvollste Inhalt" manipulierte Passagen waren, welche an die Lehre der Neuapostolischen Gemeinde angepasst wurden. Den Mitgliedern wurde vorgeäuscht, die englischen Apostel hätten gelehrt wie die neuapostolischen Apostel.
Wächterstimme aus Zion, 1. Oktober 1932, Seite 152
Juni 1932Vater und Sohn unterschreiben einen Liefervertrag. Dadurch werden Friedrich Bischoff feste Abnahmemengen von Druckerzeugnissen durch die NAK garantiert. Allein die damalige "Wächterstimme aus Zion" hatte eine Auflage von 50.000 Exemplaren.Vortrag "Der Verlag" von Andreas Rother
Mitte 1932Friedrich Bischoff möchte schnell expandieren und gründet mit dem Schriftsteller Frank Arnau, richtiger Name Heinrich (Harry) Schmidt, den "Deutschen Buchverlag G.m.b.H.". Dieser sollte ein Literaturverlag werden und Frank Arnau sollte selbst geschriebene Romane liefern. Da Frank Arnau ein erklärter Nazi-Gegener war musste er noch 1932 emigrieren und der "Deutsche Buchverlag" wurde von der Gestapo Frankfurt a. Main für beendet erklärt.Vortrag "Der Verlag" von Andreas Rother
1. Mai 1933Friedrich Bischoff tritt in die NSDAP ein. Er ist während dem Nationalsozialismus politischer Beauftragter der Neuapostolischen Kirche.
Mai 1933Noch spielte es in der NAK-Lehre keine wichtige Rolle, ob Stammapostel J. G. Bischoff vor der Wiederkunft Jesu Christi stirbt oder nicht:

"Ob die Wiederkunft Christi noch zu unserer Zeit stattfindet, oder erst nach unserem Tod, ist für uns weniger wichtig. Die Hauptsache ist, daß wir dazu bereit sind, wenn sie kommt, auch teilhaben zu können an der ersten Auferstehung, als Erstlinge, als Könige und Priester, mit dem Herrn regieren zu dürfen."
Wächterstimme aus Zion, 15. Mai 1933, Seite 79
17.12.1933Friedrich Bischoff bringt die illustrierte Zeitschrift "Unsere Familie" heraus. Startauflage: knapp 33.000 Exemplare. Allein an dieser Zahl ist schon ersichtlich, welches wirtschaftliche Potenzial der mit seinem Vater im Juni 1933 abgeschlossene Liefervertrag hatte. Die Zeitschrift "Unsere Familie" war kirchenunabhängig.Vortrag "Der Verlag" von Andreas Rother
17.12.1933Zu dieser Zeit war der erst 24-jährige Friedrich Bischoff nicht nur Bezirksevangelist in der Neuapostolischen Gemeinde, sondern auch schon Mitglied in der SA und NSDAP. So verwundert es nicht, dass er gleich in der ersten Ausgabe der Zeitschrift "Unsere Famile" eine Werbeanzeige für das Buch "Mein Kampf" von Adolf Hitler, abdruckte. Ebenso wurde gleich in dieser ersten Ausgabe Werbung gemacht für "S.A. Stiefel in schwarz und braun".
Desweitern findet sich in dieser Ausgabe Werbung für "Völkischer Buchvertrieb Otto Klahm - Spezialität: parteiamtl. Literatur der N.S.D.A.P."
Zeitschrift "Unsere Familie", 17. Dezember 1933, Seite 35 und 38
02.08.1933Stammapostel J. G. Bischoff schreibt an das Preußische Kultusministerium: "Das erwähnte Flugzeug gehört nicht zum Besitz meines Sohnes, sondern ist Eigentum des Deutschen Buchverlages G.m.b.H., an dem mein Sohn beteiligt ist. Außer rein geschäftlichen Zwecken findet das Flugzeug im hiesigen SA.-Fliegersturm I, dessen Mitglied mein Sohn als SA.-Mann ist, Verwendung."
Dezember 1933Die unbedingte Führerschaft der "göttlichen Führung" wird mehr und mehr betont:
"Hat uns der Fürst dieser Welt in den genannten Eigenschaften überwunden oder wankend gemacht , so wird es sein weiteres Bestreben sein, uns in eine falsche Stellung zu der gegebeenen göttlichen Führung zu bringen. Wir sehen aber an den geschichtlichen Tatsachen, daß Segen oder Fluch von der Stellung des Volkes gegenüber den Anordnungen, Worten und Handlungen der göttlichen Führung abhängig waren"
Wächterstimme aus Zion, 15. Dezember 1933, Seite 187
1935Weiterer Betrugsfall aus der Buchdruckerei Friedrich Bischoff:

Friedrich Bischoff druckt das Büchlein "Die Vollendung". Herausgeber ist J. G. Bischoff. Erst Jahrzehnte später kommt heraus, dass es sich um ein Plagiat handelt. Abgeschrieben hatte J. G. Bischoff aus dem Werk von W. R. Caird und J. E. G. Lutz, "Christi Worte über die Vollendung der Wege Gottes mit seiner Kirche, dem Volke Israel und der ganzen Menschheit und Schöpfung" (Augsburg 1879)
Neuapostolische Kirche International, AG Geschichte der NAK, Stellungnahme zu Plagiat-Vorwürfen im Internet
1936Der 27-jährige Friedrich Bischoff und sein Mitgeschäftsführer Albert Troll treten öffentlich als ambitionierte Sportflieger auf mit eigenem Flugzeug.
Mitte/Ende 1936Stammapostel J. G. Bischoff wird zum Vollender stilisiert:
"Das bisherige Lebenswerk des Stammapostels Bischoff ist darauf abgestellt, die Arbeit seiner Vorangänger zu vollenden, um am Tage des Herrn die Brautgemeinde, geschmückt und zubereitet, darstellen zu können."
Autor war Albert Troll, Mitgeschäftsführer des Verlags
(Vorlaufzeit für den Kalender war ca. ein halbes Jahr)
Kalender "Unsere Familie", 1937, Seite 63
1937Friedrich Bischoff baut sich ein konfortables Zweifamilienhaus in Frankfurt a. Main - Bockenheim, Bernusstr. 7. Stammapostel J. G. Bischoff zieht mit seiner Frau zu ihm in dieses neue Haus.Biografie "J. G. Bischoff", 1997, Seite 62
Mitte/Ende 1937Stammapostel J. G. Bischoff wird wiederholt mit der Vollendung des Werkes Gottes in Verbindung gebracht:
"Möge der treue Gott den Gesalbten seines Sohnes erhalten bis zur herrlichen Vollendung seines Werkes."
Kalender "Unsere Familie", 1938, Seite 56
04. April 1938"Stammapostel Bischoff und die Apostel beschließen auf einer Apostelversammlung in Hamburg gemäß Punkt 4 des Protokolls: 'Die Dienstaltersgrenze für sämtliche Amtsträger wird auf 65 Jahre festgesetzt. Bis 31. Dezember 1939 ist dies durchzuführen. Die Beschlussfassung erfolgte einstimmig.' Der Stammapostel und 16 Apostel haben das Protokoll genehmigt und unterschrieben.
Danach hätte Stammapostel Bischoff, der zu jener Zeit 67 Jahre alt war, gut 11/2 Jahre später sein Amt niederlegen müssen.

Dadurch musste Friedrich Bischoff den wirtschaftlichen Erfolg seiner Buchdruckerei und seines Verlages als ernsthaft bedroht angesehen haben. Seit 1935 war Peter Kuhlen Apostel und somit Mitglied des Apostelkollegiums. Das Apostelkollegium hätte Ende 1939 den Liefervertrag mit Friedrich Bischoff kündigen können. Stammapostel Bischoff wäre nicht mehr als Schutzmacht im Amt gewesen und die Chancen wären gut gestanden, dass Apostel Peter Kuhlen sein Nachfolger wird. Dieser war gelernter Wirtschaftsprüfer und mit manchen Praktiken von Friedrich Bischoff nicht einverstanden.
Die Neuapostolische Kirche von 1938 bis 1955
Entwicklungen und Probleme – Zusammenschau –, Seite 7
Ca. 8. April 1938Nachdem am 4. April 1938 die Dienstaltersbegrenzung einstimmig verabschiedet wurde, wollte Stammapostel J. G. Bischoff für sich eine Änderung durchsetzten. Er wollte plötzlich – entgegen seiner eigenen Bestimmung - auf Lebenszeit Stammapostel sein:

"Nachdem Stammapostel Bischoff das Ausmaß dieses Beschlusses so richtig bewusst geworden war, wendet er sich schon einige Tage später an die Apostel."

Was war passiert? Warum war J. G. Bischoff in der Apostelversammlung nicht bewusst was er da macht? War er schon unzurechnungsfähig? Der einzig nachvollziehbare Grund kann nur sein Sohn Friedrich Bischoff gewesen sein, der um seinen Einfluss und den weiteren wirtschaftlichen Erfolg von Druckerei und Verlag bangen musste.
Die Neuapostolische Kirche von 1938 bis 1955
Entwicklungen und Probleme – Zusammenschau –, Seite 7
1947Friedrich Bischoff kehrt aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück nach Frankfurt a. Main und beginnt mit dem Wiederaufbau von Druckerei und Verlag.Vortrag "Der Verlag" von Andreas Rother
01. August 1948Bezirksapostel Peter Kuhlen wird von J. G. Bischoff zum Stammapostel ordiniert und ist somit dessen designierter Nachfolger. Friedrich Bischoff ist zu dieser Zeit noch kein Apostel und konnte die Wahl offensichtlich nicht verhindert.Apostolische Geschichte -
Ende 1949Es wird immer durchschaubarer, dass die baldige offizielle "Botschaft" von J. G. Bischoff planmäßig betrügerisch insziniert wird. Schon 1949 ließ Friedrich Bischoff in der "Wächterstimme" folgendes drucken:
"Der himmlische Vater hat gewußt, wem er seinen Geist anvertrauen konnte. Er hat Vater Krebs den Anfang, Vater Niehaus den Fortgang und Ihnen die Vollendung seines Werkes anvertraut."

J. G. Bischoff wurde also Ende 1949 als der Vollender des Werkes Gottes verkündet. Da war er fast 79 Jahre alt und hatte damit das damals durchschnittliche Lebensalter von 65 Jahren weit überschritten. Trotzdem unterschreibt Stammapostel J. G. Bischoff seinem Sohn eine Liefervertragsverlängerung von 25 Jahren bis zum Jahre 1975! Friedrich Bischoff plant seine wirtschaftliche Existenz also schon weit in die Zukunft! Um sicher zu gehen, dass ihm das Apostelkollegium keine Strich durch seine Rechnung macht, wird es erst gar um Einverständnis gefragt. Der designierte Stammapostel Peter Kuhlen war gegen diese Verlängerung.
Wächterstimme, 1. November 1949, Seite 20
12.12.1949Friedrich Bischoff verschafft sich Aufträge durch Betrügereien:
Er fädelt hinter dem Rücken der Apostel für Düsseldorf, Stuttgart und Dortmund ein Gesangbuchgeschäft ein. Diese Bücher gehen in den Osten und die drei Apostelbezirke müssen zusammen 25.900 DM an Friedrich Bischoff zahlen.
Aufzeichnungen Peter Kuhlen.
Februar 1950Friedrich Bischoff übernimmt immer mehr indirket die Kontrolle über die Kirchenleitung:
"Im Februar 1950 erhielt der Stammapostelhelfer (Peter Kuhlen) den Auftrag der Apostelversammlung die Glaubensartikel einer Prüfung zu unterziehen, die präsentierten Änderungen wurden am 3. Juli 1950 noch zurückgestellt und dann wurde die Aufgabe vom Stammapostel seinem Sohn Friedrich Bischoff, zu diesem Zeitpunkt noch Bezirksältester, übertragen."
Apostolische Geschichte - Peter Kuhlen
21. Mai 1950Friedrich Bischoff fragt Apostel Walter Schmidt (Dortmund), ob er ihm aus der Kirchenkasse 30.000 DM als Darlehen für seinen Privatbetrieb geben könne. Dies hat er dann auch gemacht. Offiziell lief diese Zahlung über den Apostelbezirk Frankfurt a. Main.Aufzeichnungen von Apostel Peter Kuhlen
Mitte 1950Friedrich Bischoff startet eine unglaubliche Mobbing-Kampagne gegen Peter Kuhlen.

Friedrich Bischoff lässt durch seinen Redakteur Erich Meyer-Geweke im Kalender "Unsere Famile 1951" schreiben, Stammapostel J. G. Bischoff wäre "der festen Ueberzeugung, daß der Herr nicht mehr lange verziehen und die Seinen noch zu seinen Lebzeiten heimholen wird ins Vaterhaus, zumal ihm der Herr - nach seinen eigenen Worten - noch keinen gezeigt hat, der das Gotteswerk auf Erden nach ihm weiterführen sollte."
Kalender "Unsere Familie 1951", Seite 35
August 1950In der Zeitschrift "Unsere Familie" wird geschrieben, dass Stammapostel J. G. Bischoff das Erlösungwerk vollenden wird:
"Wir dürfen alle überzeugt sein, daß der Stammapostel, in dessen treue Segenshände der Herr sein Erlösungswerk gelegt hat, dieses Gebeet noch keinen Tag vergessen hat. Auch er weiß es nicht, wann der himmlische Vater diese Bitte erfüllen wird – aber er ist des felsenfesten Glaubens, daß dies noch zu seinen Lebzeiten geschehen wird."
Zeitschrift "Unsere Familie", 20. August 1950
25. November 1950Um offene Kämpfe zu vermeiden, tritt Stammapostel Peter Kuhlen von seinem Amt zurück und wirkt weiterhin wieder als Bezirksapostel für das Rheinland.Apostolische Geschichte - Peter Kuhlen
19. Februar 1951Stammapostel J. G. Bischoff schreibt an Willy Parzich:
"Mein lieber Freund und Priester Parzich! [...] Wenn ich den Herrn täglich erwarte, so geht doch daraus hervor, daß ich ihn zu meiner Lebzeit erwarte. Ich habe aber noch nie gesagt, daß der Herr zu meiner Lebzeit kommt oder kommen muß."
Brief vom 19. Februar 1951
Mai 1951Alle Mitgieder der NAK sind über den Glauben von Stammapostel J. G. Bischoff informiert worden, dass der Herr zu seiner Lebenszeit kommt:
"Das gesamte Gottesvolk weiß, das ich glaube, daß der Herr zu meiner Lebzeit kommt. Ich habe das schriftlich und mündlich wiederholt bekannt und das hat selbstverständlich mancherlei Meinungen ausgelöst."
Zeitschrift "Unsere Familie", 5. Mai 1951, Seite 201
25. Dezember 1951Stammapostel J. G. Bischoff verkündet offiziell die "Botschaft". In Wirklichkeit wurde sie schon vorher in den kircheneigenen Zeitschriften verbreitet.