NAK in der DDR Infoabend

NAK in der DDR – Etwas Licht

Was den lichtscheuen Aposteln sicher nicht gefällt

Zum Thema „Licht“ werden in der Neuapostolischen Kirche (NAK) so manche Predigten gehalten. So zum Beispiel durch Stammapostel Schneider am 8. Dezember 2019 in Fellbach (Baden-Württemberg):

„Im Johannesevangelium steht, er hat vom Licht gezeugt. Jesus Christus war das Licht und Johannes hat vom Licht gezeugt. Das ist eigentlich eine ganz tolle Aufgabe, die jeder Christ und die wir als geistgetaufte Gotteskinder haben, wir wollen vom Licht zeugen. Wir wollen unser Leben im Licht des Evangeliums sehen, wir wollen unsere Zukunft im Licht Jesu Christi sehen.“

Und danach sang der liebe Kinderchor auch noch: „Lasst das Licht erstrahlen!“

Im „Opfergebet“ sagte Stammapostel Schneider:

„Segne dein Werk, eine jede Gemeinde. Erfülle sie mit deinem Leben, mit deinem Licht und mit deiner Liebe.“

In der Tat ist das eigentlich eine ganz tolle Aufgabe vom Licht zu zeugen. Aber eben nur „eigentlich“, so Schneider in Fellbach. Denn bei einigen Themen geht das Licht nicht nur schnell aus, sondern erst gar nicht an. Zum Beispiel wenn es um die satten Gehälter der bezahlten Amtsträger geht, um das gigantische Kirchenvermögen oder die eigene Kirchengeschichte in Zeiten von Diktaturen.

Forschende und recherchierende Privatinitiativen bringen seit Jahren immer wieder Licht ins Dunkle, wo die kirchenleitenden Apostel angeblich seit gut 20 Jahren (!) dabei sind, die Rolle der NAK in Zeiten des Nationalsozialismus und der DDR-Diktatur „aufzuarbeiten“. Wer an dieses NAK-Märchen heute noch glaubt darf sicher als naiv bezeichnet werden. Sporadisch werden Nebelkerzen gezündet, welche den Eindruck einer Ernsthaftigkeit der verantwortlichen Apostel vermitteln sollen. Jedoch machen Nebelkerzen eben nur was sie halt so machen, sie vernebeln alle oberflächlichen Betrachter.

Der am 29. November 2019 durch Privatinitiative in Berlin durchgeführte Informationsabend „Die NAK in der DDR“ brachte wieder mehr Klarheit im Nebel und Licht ins Dunkle. Damit alle Interessierten, welche daran nicht teilnehmen konnten, Anteil an mehr Licht erhalten können, hat Reinhard Welsch, einer der Vortragenden, seinen Vortrag hier auf naktalk zum Download zur Verfügung gestellt.

In diesem Vortrag geht es um sogenannte IM’s. Das waren informelle Mitarbeiter, welche vom Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) ausgewählt und angeworben wurden. Die NAK in der DDR war durchsetzt von solchen IM’s. Besonders dramatisch ist, dass sich Amtsträger bis hin zum Apostel als IM bereitwillig zur Verfügung gestellt hatten. Wie brutal das Vertrauen der Kirchenmitglieder hier missbraucht wurde ist kaum zu erahnten. Von einer Schweigepflicht eines Seelsorgers war da keine Rede mehr. Mitglieder wurden eiskalt an die „Stasi“ verkauft.

Schon im Nationalsozialismus bezeichnete sich die NAK als „staatstragend“. Nicht anders funktionierte sie in der ehemaligen DDR. IM’s hatten eine ähnliche Funktion:

„Gleichwohl, was die inoffiziellen Mitarbeiter taten, war für das Funktionieren des politischen Systems und für den Machterhalt der Einheitspartei unverzichtbar. Der MfS-Chef Erich Mielke übertrieb nicht, wenn er sie immer wieder als ‚Hauptwaffe‘ des Staatssicherheitsdienstes charakterisierte. (Zitat aus: Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, 1996)

Es ist schon mehr als bizarr wenn ein Teil des „Werkes Gottes auf Erden“ die „Hauptwaffe“ der Stasi war. Kein Wunder das die NAK-Apostel davon nichts mehr wissen wollen und weiterhin Nebelkerzen zünden, statt ehrlich und aufrichtig ihre diesbezügliche Geschichte aufzuarbeiten. Die ACK Deutschland hat sich jedenfalls keinen Gefallen getan, eine sich christlich nennende Gemeinschaft in ihren Kreis aufzunehmen, die noch so viel unaufgearbeiteten „Dreck am Stecken“ hat.


Der Vortrag von Reinhard Welsch steht hier zum Download zur Verfügung:
Korrigierte Version vom 28.06.2023:

 

NAK in der DDR - Zeitzeugen gesucht

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